Gute Beispiele von Umnutzungen und Umbauten

Die Umnutzung bestehender Gebäude ist anspruchsvoll. Dennoch ist es ein wichtiger Baustein der Innenentwicklung, durch Umbau und Sanierung neue Nutzungsmöglichkeiten für historische Gebäude zu schaffen. Denn der Erhalt und die Aufwertung historischer Bauten trägt viel dazu bei, die individuelle Identität der Dörfer zu wahren.

Nachfolgende Beispiele aus der Regio Frauenfeld zeigen, dass vieles möglich ist. Die Sammlung wird laufend ergänzt.

Gemeinschaftliches Wohnen in ehemaligem Gasthaus

Frauenfeld
Baujahr: 1832
Umbau: 2011

Architektur

Adrian Puchinger

Das Gasthaus mit Bäckerei zum «Ochsen» kam 1832 als zweigeschossiger Massivbau dort zu stehen, wo sich die Strassenachse Zürich-Konstanz mit jener vom Kurzdorf zur Walzmühle kreuzen. Es war damals das äusserste Haus westlich der Stadt. Bereits um 1840 wurde das Gebäude um ein Geschoss erhöht und gegen Westen verlängert. Abgesehen vom Einbau von zwei Schaufenstern und von einer neuen Treppe 1926 veränderte sich das Haus bis zur jüngsten Renovation kaum mehr.

Längst fanden hier keine durchreisenden Gäste mehr Herberge, und auch die gemütliche Gaststube mit dem Charakter einer verrauchten Quartierbeiz blieb schon seit Jahren leer und kalt. Indes wurde im «Ochsen» noch weiterhin Brot gebacken. Das Gebäck war so köstlich, dass es ältere Frauenfelder heute noch vermissen. Altershalber mussten jedoch auch die letzte Wirtin, Susi Rüdt, und ihr Bäckermeister Möckli den Betrieb aufgeben.

Das verlassene Haus setzte allmählich unübersehbare Altersspuren an. Das ehemalige Gasthaus war seit je Treffpunkt einer bunt zusammengewürfelten Gemeinschaft. Das neue Wohnkonzept verfolgt weiterhin diesen Gedanken und liess dem alten Gebäude die nötige Pflege angedeihen.

(Quelle: Kantonale Denkmalpflege Band Nr. 14, S. 96)

Nutzung früher

Gasthaus mit Bäckerei

Nutzung heute

Gemeinschaftliches Wohnen

Lage

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