Gute Beispiele von Umnutzungen und Umbauten

Die Umnutzung bestehender Gebäude ist anspruchsvoll. Dennoch ist es ein wichtiger Baustein der Innenentwicklung, durch Umbau und Sanierung neue Nutzungsmöglichkeiten für historische Gebäude zu schaffen. Denn der Erhalt und die Aufwertung historischer Bauten trägt viel dazu bei, die individuelle Identität der Dörfer zu wahren.

Nachfolgende Beispiele aus der Regio Frauenfeld zeigen, dass vieles möglich ist. Die Sammlung wird laufend ergänzt.

Aus Waschhaus wurde Wohnhaus

Märstetten
Baujahr: 1736
Umbau: 2012

Architektur

Schoch Tavli Architekten
Website

1736 wurde das Gebäude als Waschhaus mit Remise für das benachbarte alte Pfarrhaus errichtet. Über der Waschküche befand sich ein Unterrichtszimmer; die Remise bot Platz für das Pferd und die Kutsche des Pfarrers sowie für Gerätschaften und den Heuboden. Die Waschküche wurde noch bis in die 1950er-Jahre von den Bewohnern des alten Pfarrhauses genutzt, ansonsten diente die Remise als Schopf und Garage. Gewohnt wurde dort nie – bis im März eine junge Familie mit zwei Kindern einzog.

Dass Waschhaus und Remise zuvor nie umgenutzt oder umgebaut worden waren, erwies sich als Glücksfall für die Architekten Florian Schoch und Aret Tavli, die sich des Umbaus annahmen. Denn die Originalsubstanz war gut erhalten und die klare Struktur des Gebäudes gut geeignet, um sie im Wohnhaus weiter zu nutzen. In der Fassade waren nur zwei neue Fensteröffnungen notwendig, beide nach Süden orientiert, um den heutigen Wohnraum mit genügend Tageslicht zu versorgen. Zudem gab es die vier schmalen, aber hohen Dachgauben, ohne die der Raum unter dem steilen Satteldach kaum nutzbar wäre.

Die ursprunglichen Nutzungen des Gebäudes waren räumlich voneinander unabhängig und jeweils von aussen zugänglich. Mithilfe von zwei Wanddurchbrüchen schufen die Architekten ein zusammenhängendes Raumgefüge für die neue Wohnnutzung.

(Quelle: Umbau und Renovieren 6, 2012)

Nutzung früher

Waschhaus, Garage, Schopf

Nutzung heute

Wohnhaus

Lage

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